Verhalten

Allgemeines

Die untrennbare Einheit von Körper, Geist und Seele

Verhaltensprobleme werden immer noch viel zu häufig ignoriert oder auf die leichte Schulter genommen. In der Regel wird jede(r) Tierhalter(in) erst dann etwas unternehmen wollen, wenn er oder sie sich selbst durch das problematische Verhalten des Hausgenossen beeinträchtigt fühlt.

Jedes Problemverhalten bedeutet jedoch für Ihren tierischen Lebensbegleiter, dass er sich in einer dauerhaft belastenden Situation befindet, aus der er selbst keinen Ausweg finden kann. Das schadet auf lange Sicht natürlich auch seiner Gesundheit. Auch Tiere reagieren bei Dauerstress mit nervösem Magen, frühzeitigen Herzproblemen oder ähnlichem. Aus diesem Grund bildet die Verhaltensberatung eine wichtige Säule in der Behandlung meiner Patienten.

Als Diplom-Ethologe für angewandte Verhaltensforschung (BA) lege ich den Schwerpunkt bei Verhaltensproblemen auf eine reibungslose Kommunikation zwischen Tierhalter und seinem Tier. Die Signalsprache der Tiere dem Menschen näher zu bringen, ist eines meiner gößten Anliegen. Denn eine gemeinsame Sprache erleichtert das gegenseitige Verständnis und macht eine sinnvolle Anpassung in Problemsituationen überhaupt erst möglich.

Hunde

Seit Jahrzehnten – ach was, seit Jahrhunderten geben wir uns doch nun wirklich alle Mühe, unsere Hunde vernünftig zu erziehen. Immer wieder lassen wir uns neue Tricks einfallen, damit der Hund tut, was wir möchten. Der Handel mit Leinen, Halsbändern, Clickern, Haltis, Leckerchen, Discs usw. blüht.

Und wozu? Damit wir unserem Hund „Sitz und Platz” beibringen können. Aber sind wir doch mal ehrlich: Kein Hund muss „Sitz” erst lernen, kein Hund muss lernen, sich hinzulegen. Jeder Hund kann das – von ganz alleine – z.B. wenn er müde ist. Was wir aber möchten ist, dass der Hund sich hinsetzt, wenn WIR das gerade wollen oder für sinnvoll erachten.

Und wenn wir uns jetzt noch vorstellen, woher der Hund stammt, dann drängt sich förmlich die Frage auf, weshalb eigentlich alle Wölfe ihrem Leitwolf folgen, obwohl dieser weder über Halsband noch Leine verfügt oder gar bewaffnet ist mit Clicker oder Halti. Er hat ja nicht mal Leckerchen in der Tasche! Und von positiver Motivation hat er auch noch nie etwas gehört ...

Doch da weder wir noch unsere Hunde Wölfe sind, sind Erziehungshilfen durchaus probate Mittel. Was allerdings in Vergessenheit zu geraten droht, ist, dass jeder Hund noch immer gewisse Anlagen des Wolfes in sich trägt, denen wir Beachtung schenken sollten.

... vielleicht fragen Sie sich jetzt, was das alles mit Verhaltensberatung zu tun hat. Ganz einfach: bei der Verhaltensberatung geht es nicht nur darum, wie Sie Ihrem Tier etwas Bestimmtes beibringen können, sondern erst einmal darum, wie ein bestimmtes Verhalten zustande kommt. Es geht zunächst um das Verstehen und erst in zweiter Linie um die Einflussnahme auf ein bestimmtes Verhalten.

Kurz: Sie werden von mir nie eine „Problemlösung” präsentiert bekommen, bevor Sie nicht selbst verstehen, wie das Problem zustande gekommen ist.

Sie lernen, mit Ihrem Tier auf einer Ebene zu kommunizieren, die es von Natur aus versteht – in seiner eigenen Sprache. Denn:

Nur wer verstanden wird, der kann auch (zu-)hören.

Katzen

Natürlich höre ich mir jeden Tag an, dass man Katzen nicht erziehen kann. Das mag in der Hinsicht stimmen, dass sich tatsächlich keine Katze in irgendeine Richtung (er)ziehen lässt. Vielleicht hat sie sich ja auch deshalb bis heute – im Gegensatz zum Hund – in einer relativ ursprünglichen Form erhalten können.

Aber natürlich funktionieren auch Katzen nach ihren eigenen Prinzipien – und der Mensch ist durchaus in der Lage, diese Prinzipien verstehen zu lernen.

Das wiederum gibt ihm die Möglichkeit an die Hand, eine Katze genau in die Richtung zu bewegen, die ihr sowieso schon gefällt. Alles was er dabei tun muss ist, der Katze also eine Richtung schmackhaft zu machen.

Es ist immer wieder schön, die erstaunten Menschen zu sehen, die es schlichtweg für unmöglich gehalten haben, dass ihre Katze eines Tages nicht mehr an den Möbeln krallt, dass sie keine Aggressionen mehr gegen andere Katzen im Haushalt hegt oder dass sie völlig problemlos ihre Katzentoilette benutzt, keine Scheu mehr hat, sich streicheln zu lassen oder ihre Dosenöffner nicht mehr morgens um halb vier aus dem Bett schreit, weil sie Hunger hat.

Und obendrein ist das Wunderwesen Katze auch noch in der Lage, diverse Kunststückchen zu lernen und an Beschäftigungsangeboten Gefallen zu finden.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung habe ich Katzen als äußerst lernfähige und -willige Tiere kennen gelernt.

Wann ist eine Beratung sinnvoll ?

  • VOR der Anschaffung einer Katze (oder einer zusätzlichen Katze)
  • Wenn Ihre Katze folgende Verhaltensweisen zeigt:
  • sich kratzen und/oder beißen
  • Schreckhaftigkeit
  • auffallend häufiges Zucken mit dem Rückenfell.
  • Unverträglichkeit mit anderen Artgenossen im Haus.
  • häufiges Verlieren von Speicheltropfen.
  • auffallend starke Körperausdünstungen.
  • seltenes oder fehlendes Spielverhalten (Alter egal!)
  • häufig kreisrunde Pupillen
  • gelegentliche oder häufige Unsauberkeit
  • zögerliche Futteraufnahme
  • ständiges Beknabbern des eigenen Körpers
  • Häufiges Sich-Kratzen